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9. BERLIN BIENNALE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST

THE PRESENT IN DRAG

4.6.–18.9.2016

Kuratiert von DIS (Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro)

 

Das war großartig. Du hast gelernt, dass ... Du zwar online lebst, Du Dir aber trotzdem ständig den Arsch aufreißt. Wann immer Du Dich „Dir selbst“ am nächsten fühlst, bist Du eigentlich in Drag. Du übst Dich in Achtsamkeit, aber Du bist tief verschuldet. Die Werbemails in Deinem Posteingang enthalten die emotionale Sprache, die es in Deinem Privatleben nicht gibt. Offizielle Erzählweisen stimmen für Dich nicht mehr, Du hast Dir Deine eigenen zurechtgelegt. Du fragst Dich: Können Märkte etwas empfinden? Sind Unternehmen auch Menschen? Du bist ein/e anspruchsvolle/r KulturkonsumentIn, aber Du weißt, dass nichts davon bestehen bleiben wird.

(Auszug aus der Publikation The Present in Drag zur 9. Berlin Biennale)

 

Mit über 100.000 Besucherinnen und Besuchern ist die 9. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst – als kulturelle Spitzeneinrichtung gefördert von der Kulturstiftung des Bundes – zu Ende gegangen. Mit Unterstützung der Berliner Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten konnte die Berlin Biennale erstmalig um mehr als einen Monat verlängert werden und mit zahlreichen Veranstaltungen zum Programm der Berlin Art Week beitragen.

 

Die von dem New Yorker Kollektiv DIS (Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Roso und David Toro) kuratierte Ausstellung machte unter dem Titel The Present in Drag die digitalen Konditionen und die Paradoxien greifbar, die die Welt im Jahr 2016 zunehmend prägen. An den vier fixen Ausstellungsorten Akademie der Künste am Pariser Platz, ESMT European School of Management and Technology, The Feuerle Collection und KW Institute for Contemporary Art sowie auf dem mobilen Fahrgastschiff Blue-Star setzten sich KünstlerInnen gemeinsam mit AkteurInnen anderer Disziplinen wie Musik, Philosophie, Hacktivismus, Design, Politik und Ökonomie mit den Bedingungen der Post-Gegenwart auseinander. Kooperationen und kollektives Arbeiten bildeten dabei einen Schwerpunkt. Fast alle Arbeiten der Ausstellung wurden eigens für die 9. Berlin Biennale produziert.

 

Neben den Ausstellungsorten waren weitere Plattformen Spielorte der 9. Berlin Biennale: Auf der Website konnten Interessierte in der Sektion Fear of Content – einem kontinuierlichen Feed aus Aufsätzen, Interviews und digitalen Projekten – die 9. Berlin Biennale auch von außerhalb verfolgen. Die Berlin-Biennale-Website wurde bisher über 600.000 Mal besucht und bleibt auch nach Ende der 9. Berlin Biennale bestehen. Anthem versammelt Kooperationen von KünstlerInnen und MusikerInnen zum Soundtrack dieser Biennale, der als Vinylsingles erhältlich ist sowie online gestreamt werden kann. LIT bildete eine von mehreren „Ausstellungen in der Ausstellung“ und nahm auf den Werbeflächen großer Leuchtkästen die visuellen Codes eines Duty-free-Shops an. Die Beiträge zu Not in the Berlin Biennale wurden nicht in der Ausstellung gezeigt, sondern waren Elemente einer umfassenden Kommunikationsstrategie und legten sich wie eine schützende Haut um die vitalen Organe der Ausstellung.

 

Mit über 170 Veranstaltungen war das dichte Programm ein Publikumsmagnet. Die wöchentliche Veranstaltungsreihe BOAT RAGE auf der Blue-Star sowie die Performances, Diskussionen und Konzerte an den anderen Spielorten waren regelmäßig binnen Kürze ausverkauft.

 

Insgesamt präsentierten 288 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Beiträge bei der 9. Berlin Biennale, die über die gesamte Laufzeit national und international von einer breiten medialen Aufmerksamkeit begleitet wurde.

 

Im Rahmen des Vermittlungsprogramms fanden neben den regelmäßigen öffentlichen Führungen auch die individuell gebuchten Rundgänge auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch großen Zuspruch. Es gab zahlreiche Kooperationen mit Bildungs- und sozialen Einrichtungen. Zum sechsten Mal fand im Rahmen der Berlin Biennale der Young Curators Workshop Post-Contemporary Art statt. Für diese Ausgabe konzipierte der Philosoph Armen Avanessian ein zehntägiges Programm für 13 eingeladene internationale NachwuchskuratorInnen.

DIS

DIS, Foto: Sabine Reitmaier

DAS kuratorische Team der 9. Berlin Biennale

Kuratorisches Team

DIS (Lauren Boyle, Solomon Chase, Marco Rosa und David Toro)

 

Nicht der Kreativdirektor*

Babak Radboy

 

Allgemeine Beratung

Sarah Lookofsky

 

Grafische Gestaltung

Meire und Meiré

 

 

*Babak Radboy ist der Kreativdirektor von Not in the Berlin Biennale.

 

Zum kompletten Team der 9. Berlin Biennale

 

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