10th Berlin Biennale for Contemporary Art 9.6.–9.9.2018
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10.05.2012 | 17 – 22 Uhr | Theaterdiscounter

illumiNation

von Krétakör

9.–10. Mai 2012

Der bekannte ungarische Regisseur Árpád Schilling gab seine Theaterkarriere im Jahr 2008 auf, um direkt in der heutigen, geteilten ungarischen Gesellschaft tätig zu werden. Sein Ziel war einfach: dem Schauspieler als handelndem Bürger und politischem Subjekt wieder Bedeutung zu verleihen. Bei Krétakör ist der Schauspieler jemand, der, ausgerüstet mit der Fähigkeit, gut zu sprechen und vermittelnd aufzutreten, als aktives Mitglied der Gesellschaft die „Fassadenkunst” hinter sich lässt. Mit einigen Kollegen verwandelte Schilling Krétakör in ein Zentrum für zeitgenössische Kunst, eine Produktionsfirma und eine Anlaufstelle für soziale Erfindungen, wo kreative „Gesellschaftsspiele” auf der Basis sozialwissenschaftlicher Forschung präsentiert und entwickelt werden.

 

Aktionen von Krétakör waren unter anderem Besuche in Dörfern mit schwelenden Konflikten zwischen Roma und Nicht-Roma sowie die Organisation von Bühnenabenden für die Dorfgemeinschaft. Krétakör macht diesen erzieherischen Akt sexy und anziehend und lässt daraus eine Kritik an der Leitung ungarischer Staatstheater werden, welche den Kontakt zur wirklichen Basis längst verloren haben.

 

Für die 7. Berlin Biennale stellt Krétakör ein Szenario vor, das sozial und pädagogisch um die immer deutlicher werdende Teilung der ungarischen Gesellschaft kreist. Ziel dabei ist, die nationalistischen Argumentationsstrategie zu domestizieren und diese auf einen fortschrittlichen Weg zu führen; eine kritische Untersuchung der inländischen liberalen und/oder linken Überzeugungen anzubieten; die nationale Identität in die europäischen Gemeinschaft einzubinden; Innovationsprozesse in kleinen Gemeinden voranzubringen; demokratische, auf Wettbewerb angelegte Situationen zu praktizieren; sowie ein soziales Forum und aufregendes kreatives „Gesellschaftsspiel” zu kreieren.

 

von Joanna Warsza

Diese Theatersituation ist initiiert von Árpád Schilling, Márton Gulyás und Péter Fancsikai.

Theaterdiscounter

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9. Berlin Biennale