10th Berlin Biennale for Contemporary Art 9.6.–9.9.2018
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Foto: Marta Gornicka

LIBANESISCHE FLAGGE VON Youseef, Ibrahim und Moussa Bassal

in Zusammenarbeit mit Lou Cantor

Während der FIFA Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland hat die arabische und türkische Bevölkerung vor Ort wie niemals zuvor ihre Unterstützung für das nationale Fußballteam Ausdruck verliehen, indem sie die deutsche Nationalflagge an ihre Autos, in ihre Fenster und ihre Geschäfte hängte. Dieser Ausdruck von patriotischen Gefühlen wurde von der deutschen Regierung als Zeichen einer „positiven Integration” begrüßt, wohingegen verschiedene anarchistische Magazine diese als „Schwarz-Rot-Gold-Lumpen” aburteilte. Einige „Anarchistische Kommandos” haben sogar arabische und türkische Geschäfte überfallen und entweder die deutschen Fahnen abgerissen oder verbrannt.

 

Youseef Bassal, Deutscher mit libanesischer Abstammung und Besitzer eines Handy-Geschäftes im Berliner Stadtteil Neukölln, hängte er zusammen mit seinem Bruder Moussa während der Fußballweltmeisterschaft eine 25-Meter lange Fahne an die Fassade seines Ladens. Die Anbringung der deutschen Flagge von Fam. Bassal erregte 2010 große Medienaufmerksamkeit und wurde vom breiten Spektrum der politischen Diskussion bereitwillig aufgenommen: von gemäßigten PolitikerInnen als Symbol dafür, dass Deutschland ein Einwanderungsland und multikulturell ist; von der zornigen radikalen Linken als Ermutigung zu nationalistischen Tendenzen; von einigen Teilen der islamischem Bevölkerung als eine dubiöse Versöhnungsgeste und schlussendlich deuteten einige rechts-politische BerlinerInnen die Fahne als eine Aneignung des eigenes Symbols durch andere.

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9. Berlin Biennale