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Standaufnahme aus „Berlin-Birkenau”, 2012; © Lukasz Surowiec

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Pflanzung der Birken in Berlin-Neukölln, Foto: Artur Żmijewski

Berlin-Birkenau

von Łukasz Surowiec

Das Projekt Berlin-Birkenau bringt einige Hundert junge Birken aus der Umgebung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau nach Berlin, wo sie an neuen Plätzen über das Stadtgebiet verteilt Wurzeln schlagen können. Diese Bäume stammen aus einem Boden, der die Spuren unzähliger Toter trägt. In Berlin werden sie zu einem „lebendigen Archiv”, das etwas Wachsendes und Atmendes nach Berlin bringt. Die Birken wurden bereits zwischen Herbst 2011 und Frühjahr 2012 in öffentlichen Parks wie der Wuhlheide in Treptow-Köpenick oder einem neu entstehenden Park in Spandau, aber auch auf Schulgeländen beziehungsweise an Orten gepflanzt, die in historischer Verbindung zum Holocaust und der Deportation stehen – wie beispielsweise die Gedenkstätte Gleis 17 in Grunewald. An jedem dieser Orte ist eine Plakette mit folgendem Hinweis angebracht:

 

„Im November 2011 brachte der polnische Künstler Łukasz Surowiec 320 Birken aus dem Gebiet um die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau nach Berlin, um gegen das Vergessen zu arbeiten. Die Bäume wurden über den Stadtraum Berlin verteilt und wurden mit Unterstützung der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst gepflanzt.”

 

Surowiecs Projekt besteht aus einer symbolischen Geste, die etwas nach Deutschland zurückbringt, was zum nationalen Erbe des Landes gehört. Die Besucher können die unterschiedlichen Orte, an denen die Birken gepflanzt wurden, aufsuchen oder auch die Installation von Tausenden von Setzlingen, die für die Ausstellung gezogen wurden, in den KW sehen. Wer verspricht, für einen Setzling zu sorgen, darf ihn mit nach Hause nehmen. Die Birkensetzlinge schaffen ein persönliches, auf Eigeninitiative beruhendes Mahnmal, dessen Erhalt von seinem Besitzer abhängt. Anstelle eines aus Stahl oder Stein geschaffenen Monuments ist da etwas Lebendiges, das einen Teil der traumatischen Vergangenheit verkörpert.

 

von Artur Żmijewski und Zdravka Bajović

 

Łukasz Surowiec ist ein polnischer Künstler, dessen Arbeiten sich mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen und testen, inwiefern Kunst auf die Wirklichkeit einwirken kann.

 

Partner des Projektes:

Alexander-von-Humboldt Oberschule

Atelier Le Balto

August-Heyn-Gartenarbeitsschule-Neukölln

Berlin International School

Berlin Metropolitan School

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

Bezirksamt Reinickendorf von Berlin

Bezirksamt Spandau von Berlin

Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin

BLO-Ateliers

Dathe-Gymnasium

Freiwilligen-Initiative WikiWoods

Gartenarbeitsschule Ilse Demme

 

Gartenarbeitsschule Tiergarten/Schulgarten Moabit

Gedenkstätte Bergen-Belsen – Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

 

Geschwister-Scholl-Grundschule

Grünauer Schule (Gemeinschaftsschule)

Grünflächenamt Charlottenburg

Heinz-Berggruen-Gymnasium

HTW Berlin

Paul-Löbe-Schule

Ruth-Kohn-Schule, OSZ Sozialwesen

Staatskanzlei des Landes Niedersachsen beim Bund

Sophie-Scholl-Schule

Technische Universität Berlin

Terramarine

Universität der Künste

YAAM

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