10th Berlin Biennale for Contemporary Art 9.6.–9.9.2018

BÜRGERINITIATIVE FÜR DAS DENKMAL FÜR DIE IM NATIONALSOZIALISMUS ERMORDETEN SINTI UND ROMA

 

Versammlung am 2. Juni von 15 bis 17 Uhr

 

Die Bilder wurden von Franziska Zahl und Artur Żmijewski im Juni 2011 und Februar 2012 aufgenommen.

Die Bürgerinitiative Perspektive Berlin wurde 1988 in Westberlin gegründet, mit dem Ziel, in Deutschland ein Denkmal für die während des Holocaust ermordeten Juden zu errichten. Nach dem Fall der Mauer begann die deutsche Regierung die Initiative zu unterstützen, zugleich benannte diese sich um in Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. Parallel zum Förderkreis entstand 1999 die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit dem Auftrag, Gedenkstätten für andere Opfer des Naziregimes zu errichten – Homosexuelle sowie Roma und Sinti. Bis heute ist das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma nicht fertiggestellt; es ist eine Baustelle im Tiergarten zwischen Brandenburger Tor und Reichstag. Der Bau begann 2008 und wurde bald aufgrund eines Konflikts zwischen dem Gestalter des Denkmals, Dani Karavan, und den Berliner Behörden unterbrochen. Das unfertige Denkmal wurde mit einem Zaun abgesperrt und quasi vergessen.

 

von Artur Żmijewski und Zofia Waślicka

 

Eine Bürgerinitiative, geleitet von den Roma-Ältesten (The Romani Elders) und koordiniert durch die European Roma Culture Foundation – ERCF, setzt sich für die Fertigstellung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma ein. Die ERCF widmet sich dem Aufbau eines europaweiten Netzwerks aus Organisationen von Roma und Nicht-Roma sowie Individuen und sammelt Unterschriften, um auf alle Beteiligten Druck für die Fortführung des Bauprozesses auszuüben – die Politik, die offiziellen Behörden, das Bauteam und den Künstler. Die Gemeinschaft der Roma drängt darauf, das Denkmal endlich fertigzustellen, damit die Einweihung würdevoll mit der Handvoll Überlebender und deren Familien gefeiert werden kann.

 

Am 2. Juni 2012 versammeln sich die Roma-Ältesten und Vertreter der jüngeren Generation des Roma-Aktivismus, um ihre öffentlichen Stellungnahmen vor dem Denkmal zu bekunden. Die Initiative zielt darauf, das Gedenken an die Opfer unter Sinti und Roma ins kollektive Gedächtnis Europas einzumeißeln.

 

Die ERCF stellt ein umfangreiches Archiv zusammen, das den lebenslangen Einsatz der Roma-Ältesten für die Anerkennung der Roma dokumentiert. Wir nehmen wahr, dass Wissen, Erfahrung und Leistungen der Ältesten der Roma-Gemeinschaft nicht erforscht oder gesammelt werden. Die ERCF und die neue Generation von Roma-Intellektuellen möchte ihren Vorbildern die Aufmerksamkeit und den Respekt schenken, den sie verdienen. Sie möchte sicherstellen, dass deren Errungenschaften nie vernachlässigt oder vergessen werden und dass ihre Weisheit wieder in unsere Gesellschaften Eingang findet.

von Tímea Junghaus

 

Besuchen Sie www.theromanielders.org und treten Sie der Initiative der Roma-Ältesten und der ERCF mit Ihrer Signatur bei!

Aufruf zur Unterstützung!

Unterstützen Sie die Initiative „The Romani Elders” und ERCF mit Ihrer Unterschrift! Im Rahmen der 7. Berlin Biennale setzt sich die Bürgerinitiative, die vom Roma-Ältesten geführt und von der European Roma Cultural Foundation koordiniert wird, für die Fertigstellung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma ein. [...]Mehr >

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Empfang zu Ehren der Roma-Ältesten

Gäste: Ágnes Daróczi, Romani Rose, Hans Caldaras, Nicolae Gheorghe. [...]Mehr >

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